Aufgegeben was nicht funktioniert und Neues zulassen

Vor etwa einem Jahr mussten ich aufgrund beruflicher Veränderungen mein Angebot als Hundetrainerin neu gestalten, weil ich damit nun einen Teil meines Lebensunterhalts verdienen muss. Bis dahin war es nur ein kleiner Nebenverdienst.

Ich habe eine Marktanalyse erstellt, einige Fortbildungen besucht, mich in neue Technologien eingearbeitet und ein Angebot erstellt, das, wie ich dachte, für Hundebesitzer ansprechend und gewinnbringend ist.

Was wollen Hundebesitzer eigentlich?

Diese Frage muss ich mir jetzt stellen, weil alles, was ich angeboten habe, Beschäftigung, Erziehung, Wissen rund um den Hund – Gruppenstunde oder Einzeltraining, vor Ort oder online – nicht angenommen wird.

Bin ich eine schlechte Hundetrainerin?

Vermutlich ja, sonst würden Hundebesitzer meine Angebote wohl annehmen. Oder bin ich einfach nur von meinem eigenen Angebot nicht überzeugt und dadurch auch nicht überzeugend für mögliche Kunden?

Selbstreflektion und alte Zöpfe

Als ich 2020 angefangen habe als Hundetrainerin zu arbeiten hat das zunächst sehr gut geklappt. Ich hatte Kunden, gut besetzte Kurse und steigende Nachfragen. Dann kam Corona. Krieg. Inflation. Zudem wurde der Hauptjob immer stressiger, meine eigenen Hunde forderten viel Zuwendung und so schlief der Nebenerwerb Hundetraining sanft ein.

Erst der oben erwähnte Weckruf holte ihn wieder hervor. Ich passte einige Dinge an, aber im Grunde dachte ich, was vor 5 Jahren funktioniert hat geht 2025 auch.

Falsch gedacht.

Nach einem dreiviertel Jahr stelle ich fest, dass Hundebesitzer diese Angebote nicht mehr wollen. Das habe ich nun verstanden, also habe ich alles erst einmal runtergefahren.

Jetzt also gilt es die Situation zu analysieren, neu zu bewerten und dann entsprechend einen neuen Businessplan zu entwickeln, angepasst an die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen, die 2026 mit ihrem Hund eine Hundetrainerin besuchen.

Dieser Prozess läuft nun gerade und wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

Erkenntnisse

Um auf veränderte Bedingungen zu reagieren muss ich zuerst einmal analysieren, was sich bei mir und in der Beziehung zu meinen Hunden in den vergangenen Jahren geändert hat. Und das ist enorm viel: 2020 drehte sich meine Welt um die Arbeit mit meinen Hunden. Rettungshundearbeit und Hundesport, das war es, was meine Hunde und ich gemeinsam gelebt haben.

Das endete abrupt, als Chap mit gerade mal 6 Jahren nicht mehr einsatzfähig war und dauerhaft nicht mehr belastbar wurde. Gleichzeitig zeigte sich, dass Finn völlig ungeeignet und überfordert war mit allem, was er nicht kannte.

Keine Hunde für gemütliche Spaziergänge

Plötzlich stand ich da mit 2 Hunden, die eigentlich nur noch zum Spazierengehen verdammt waren. Also genau das, worüber ich immer wieder sage: Nur zum Spazierengehen schafft man sich solche Hunde nicht an!

Also habe ich viele neue Beschäftigungsideen für meine Hunde entwickelt. Für jeden maßgeschneidert und genau auf die Persönlichkeit und Fähigkeiten des jeweiligen Hundes abgestimmt.

Was will ich als Hundetrainerin erreichen?

Die ernüchternde Erkenntnis ist: Ich möchte Menschen helfen, ihre  Hunde besser zu verstehen. Ich habe nicht „Geld verdienen“ als Ziel meiner Arbeit mit Hunden. Weil das überhaupt nicht ich bin. Und genau deshalb funktionieren alle Marketingtools nicht  – Kunden zu erreichen, die Geld für Hundetraining mit mir bezahlen wollen ist gar nicht mein Ziel (oder, modern ausgedrückt, mein „Warum“.

Was ist mein „Warum“?

Ich möchte Menschen helfen ihren Hund besser zu verstehen!

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