Wandern ohne Finn

Gestern war ich 10 Kilometer wandern. Bei Top Wetter habe ich die Tour durch den maigrünen mit leuchtend gelbem Ginster dekorierten Wald einfach genossen.

Ohne Finn. Warum?

Auch als Hundebesitzer hat man das Recht, einfach mal Dinge ohne den eigenen Hund zu unternehmen. Wandern um den Kopf freizukriegen ist ein sehr passendes Beispiel. Es ist toll, wenn dein Hund weder Spaß am Jagen hat, zu 100 % auf den Rückruf reagiert und bedingungslos freundlich zu allem und jedem ist. Denn in diesem Fall kannst du beim Wandern deinen Gedanken nachhängen, während dein vierbeiniger Partner einfach mitläuft.

Aber das kann ich leider nicht, wenn Finn dabei ist. Aufgrund seiner Spezialeffekte ist wandern mit Finn extrem anstrengend: Immer muss ich vorausschauend denken und handeln, immer schaue ich, ob ich genug Ausweichfläche habe, falls uns plötzlich eine Familie mit Kindern entgegen kommt. Und natürlich bleibe ich auch öfter stehen, weil Finn schnüffeln möchte (und auch darf).

Aber wenn ich mich in eine tolle Aussicht verlieren möchte geht das nicht, weil ich immer schauen muss, ob nicht andere Wanderer und/oder Hunde von hinten angeschlichen kommen. Eine Hundetrainerin ist eben auch ein Mensch, der ab und zu Erholung vom Job und sportlich herausforderndes Laufen ohne Stopp braucht. Und zurzeit ist das ab und zu nur in Finn-freier Zeit möglich. Aber das soll natürlich nicht so bleiben!

Das Ziel: Finn ist immer dabei

Schon immer fand ich es wunderbar, mit einem Hund gemeinsam die Welt zu entdecken. Und das mache ich ja auch mit Finn, Ihr seht es auf meinen Social Media Kanälen. Deshalb ist mein erklärtes Ziel, dass Finn mich auch auf den langen Wanderungen begleitet und ich am Ende sagen kann: „Das war erholsam!“

Hürden die das zurzeit noch nicht zulassen

  • Finns völlig übertriebene Reaktion auf alles Fremde
  • Dass er eine Menschenmenge nicht ertragen kann
  • Seine Bereitschaft massiv zu drohen, wenn ihm etwas zu nah kommt, das er nicht einschätzen kann
  • Panische Angst davor in einen Bus oder Zug zu steigen

Daran arbeiten wir und haben mittlerweile so viele Fortschritte gemacht, dass ich das oben genannte Ziel jetzt angehen kann. Dafür gilt es, kreative Möglichkeiten zu entwickeln, um den noch vorhandenen Hürden gerecht zu werden. Erste Maßnahme: Kriterien überlegen, unter denen ich mit Finn Wandern kann:

  • Die Wanderung beginnt und endet bei uns Zuhause
  • Am Start gibt es einen Parkplatz und einen ÖPNV-Anschluss und das Ziel ist Zuhause, so dass ich das Auto später abholen kann
  • Wir starten Zuhause und das Ziel hat einen ÖPNV-Anschluss und ich kann vorher mein Auto dort parken

Klingt machbar. Nicht umsonst wohne ich ja am Siegener Stadtrand, habe ein Deutschlandticket für Bus und Bahn und so viele Wanderwege laufen direkt hier durch. Es braucht also nur etwas Planung! Trotzdem, vielleicht setze ich mich ab und zu doch alleine in einen Bus oder Zug und laufe ohne Finn, um mal eine Kirche oder ein Museum zu besichtigen oder an einer Veranstaltung mit Menschen teilzunehmen. Nicht nur Hunde brauchen Kontakt zu Artgenossen.

Ich freue mich, wenn du uns begleitest und ganz besonders freue ich mich, wenn ich dem ein oder anderen Mut machen kann, mit dem eigenen Hund Ziele zu erarbeiten, die so unendlich weit entfernt oder unerreichbar scheinen. Schreib gerne in die Kommentare, wo du mit deinem Hund stehst und wo ihr am liebsten Wandern geht.

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Ein Kommentar zu „Wandern ohne Finn“

  1. […] mit Finn ist immer Training mit Finn. Deshalb habe ich angefangen, ab und zu mir die Freiheit zum Wandern ohne Finn zu nehmen, einfach mal das Wandern genießen. Klar, das große Ziel ist, auch die langen […]

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