Wäre es nicht schön, wenn ich meinem Hund einfach erklären könnte: „Du, das nervt ganz schön, wenn du immer so an der Leine ziehst. Lässt du das bitte!“ und mein Hund ab sofort nicht mehr an der Leine zieht.
Nun ist es leider so, dass mein Hund
- erstens den Sinn meiner Worte nicht versteht
- und zweitens auch nur ein Mensch ist
Vor allem der zweite Punkt ist dabei entscheidend: Wie steht es mit deinen guten Vorsätzen für das neue Jahr? Oder hast du erst gar keine gefasst, weil du aus Erfahrung weißt, dass es ohnehin nicht klappt.
Es ist so verdammt schwer Gewohnheiten zu ändern
Warum erwarten wir dann von unseren Hunden, dass sie nach nur einer Trainingsstunde, in der es wunderbar geklappt hat, ab sofort nie wieder an der Leine ziehen? Ist das nicht unfair?
Als vor einiger Zeit mein bisheriger Vollzeitjob plötzlich in einen Halbtagsjob umgewandelt wurde war ich zunächst euphorisch: Mehr Zeit für Hundetraining!
Zeit, mein Angebot als Hundetrainerin wieder aufzunehmen und auszubauen. Also habe ich reingeklotzt, Homepage erneuert, Angebot entwickelt und online gestellt, Fortbildungen gemacht im Bereich Social Media Marketing, alte unfertige Onlinekurse rausgekramt, neu geschrieben und aktualisiert.
Und weißt du, was mir nach 3 Monaten auffiel? Ich habe all diese Dinge exakt in die Zeit gepackt, die ich zuvor nachmittags im Büro gesessen hatte! Aus Gewohnheit, weil mein Gehirn auf feste Arbeitszeiten konditioniert war.
Erst als ich zum Start in die Feierabend-Gassirunde plötzlich im dunkeln stand habe ich es gemerkt und erkannt: Ich kann meine Zeit als selbstständige Hundetrainerin selbst einteilen. Ich muss es sogar, denn ich kann nicht mehr Montag-Freitag von 8 – 17 Uhr arbeiten – viele Angebote gehen nur abends und am Wochenende.
Wenn es also mir als Mensch schon so ungeheuer schwer fällt, aus Gewohnheiten und Ritualen auszubrechen, warum sollte es meinem Hund nicht genauso gehen? Warum verlangen wir von einem Hund mehr als wir selbst leisten können?
Schön, dass man Gewohnheiten eben doch ändern kann. Manchmal dauert es nur etwas länger. Bei mir als Mensch ebenso wie bei den Hunden. Wichtig ist nur, dass wir uns die Zeit nehmen, um etwas dauerhaft zu verändern.
Was bedeutet das fürs Alltagstraining deines Hundes?
Damit dein Hund Verhalten ändern kann braucht er Zeit. Und je länger er in unerwünschtem Verhalten feststeckt, um so anstrengender ist es für ihn, anders zu reagieren. Immer wieder wird ein gewohntes Verhaltensmuster durchbrechen, weil es so viel einfacher ist als angestrengt und konzentriert Neues zuzulassen.
Und gerade weil ich sowas von mir selbst kenne habe ich Verständnis für all die Hunde, denen genau das immer und immer wieder passiert. Und nein, dein Hund ist weder dumm noch hinterlistig, wenn auch nach längerem Training plötzlich wieder altes Verhalten hervorbricht – er kann nichts dafür.
Damit du deinem Hund die Zeit geben kannst, die er vielleicht braucht, um ein unerwünschtes Verhalten dauerhaft zu verändern, habe ich meine Preise nochmal reduziert. Denn es geht mir vor allem darum, dir und deinem Hund zu helfen. Auch in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Hier geht es zum Einzeltraining für dich und deinen Hund
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